26 Mannschaften, über 500 Spielerinnen und Spieler sowie wöchentlich dutzende Trainings und Spiele: Hinter dem Spielbetrieb des SC Goldau steckt ein beträchtlicher organisatorischer Aufwand. «Spiko» Marcel Gwerder erzählt im Interview, wie er diese Herausforderung meistert.
Mit Marcel Gwerder sprach Simon Krienbühl
Mäsi, was macht ein Spiko eigentlich?
Spiko steht für Spielkommission. Kurz gesagt bin ich für den gesamten Trainings- und Spielbetrieb des SC Goldau verantwortlich. Ich sorge dafür, dass unsere 26 Mannschaften trainieren und spielen können und dass im Hintergrund alles organisiert ist.
Wie bist du zu dieser Aufgabe gekommen?
Ich war zuvor vier Jahre Mitglied der Juniorenkommission (Juko) und habe dabei eng mit dem damaligen Spiko Dani Wyler zusammengearbeitet. Als er sein Amt abgeben wollte, hat er mich im Jahr 2020 als Nachfolger für dieses ehrenamtliche Amt im Vorstand vorgeschlagen.
Wie sieht eine typische Woche als Spiko während der Saison aus?
Eigentlich beginnt jeder Tag mit einem Blick auf den Wetterbericht. Anschliessend bespreche ich mich mit unserem Chef Infrastruktur, Raphael Gwerder. Solange die Rasenplätze bespielbar sind, läuft vieles nach Plan. Wird das Wetter schlechter und die Rasenplätze müssen gesperrt werden, wird es anspruchsvoller. Dann konzentriert sich der Trainings- und Spielbetrieb auf die beiden Kunstrasenplätze in Goldau und Oberarth. Das ist bei rund 30 Trainingseinheiten pro Woche gar nicht so einfach.
Und je näher das Wochenende rückt – was gibt es alles zu organisieren?
Ab Mittwoch dreht sich alles um das bevorstehende Wochenende. An einem normalen Wochenende stehen rund zehn Heimspiele und zwei Juniorenturniere auf dem Programm. Dafür brauche ich je einen Plan für schönes und schlechtes Wetter. Am liebsten ist mir eindeutiges Wetter – entweder schön oder wirklich schlecht. Das sorgt für weniger Diskussionen (schmunzelt).
Jetzt ist Sommerpause. Eine ruhigere Zeit – auch für dich?
Grundsätzlich schon, weil der Spielbetrieb ruht. Ganz ruhig wird es aber nie – schliesslich ist nach der Saison vor der Saison. Nach Saisonende melde ich die Mannschaften für die neue Saison an. Zudem arbeite ich bei der Kaderplanung mit, erledige die Spielertransfers und erstelle die Heimspielpläne sowie die Einsatzplanung für unsere Spielleiter. Danach teile ich die Garderoben ein. Das klingt einfacher, als es ist. Gerade in Oberarth ist das eine Herausforderung, weil wir die Garderoben mit anderen Vereinen teilen, da die Sportanlage öffentlich ist.
Der Spielbetrieb wird heute digital organisiert. Wie zeigt sich das in deinem Alltag?
Heute läuft ein grosser Teil der Arbeit digital. Der Verband stellt uns mit «Clubcorner» ein gutes Tool zur Verfügung. Darüber verwalten wir sämtliche Spielerinnen und Spieler, Trainer und Schiedsrichter. Auch Trainings, Spiele und Verschiebungen organisiere ich über dieses System. Ich habe grossen Respekt davor, was mein Vorgänger noch leisten musste. Bis vor wenigen Jahren wurden Transfers tatsächlich noch per Briefpost abgewickelt.
Was gefällt dir an deiner Aufgabe besonders?
Wenn an einem Wochenende alle Plätze ausgelastet sind, sämtliche Spiele wie geplant stattfinden und ich am Schluss keine Reklamationen erhalte. Dann weiss ich, dass die Organisation funktioniert hat. Zusätzlich trainiere ich noch ein Juniorenteam. Das ist eine willkommene Abwechslung.
Was ist die grösste Herausforderung in deinem Amt?
Den Überblick zu behalten und gleichzeitig rasch die richtigen Entscheidungen zu treffen. Werden Spiele kurzfristig auf den Kunstrasen verlegt, muss ich Spieler, Trainer und Schiedsrichter umgehend informieren. Zudem wirkt sich ein Ausweichen vom Sportplatz Tierpark auch auf den Betrieb im Clubhaus aus. Auch deshalb ist es unser Ziel, möglichst alle Spiele in unserem Zuhause, dem Sportplatz Tierpark in Goldau, auszutragen. Schiesslich wollen wir unseren Zuschauern ein gutes Angebot bieten.
Wenn du einen Wunsch für dein Amt frei hättest – welcher wäre das?
Ich wünsche mir Verständnis, wenn einmal nicht ideale Bedingungen herrschen oder ich nicht jeden Wunsch erfüllen kann. Oft müssen viele verschiedene Interessen unter einen Hut gebracht werden.
Mit Blick in die Zukunft: Was wünschst du dir für den SC Goldau?
Ich träume von einer modernen Sportanlage auf dem Sportplatz Tierpark. Es wäre schön, an einem solchen Projekt mitwirken zu dürfen und etwas zu schaffen, von dem noch viele Generationen profitieren können. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren gemeinsam etwas bewegen können.
Warum lohnt es sich, sich ehrenamtlich für den SC Goldau zu engagieren?
Wir sprechen oft davon, dass der SC Goldau eine grosse Familie ist. Das klingt vielleicht etwas kitschig, aber für mich stimmt es. Mit vielen SCG-Mitgliedern verbindet mich eine langjährige Freundschaft – einige kenne ich seit über 40 Jahren. Fussball verbindet Menschen und hat mir persönlich sehr viel gegeben. Diese Verbundenheit zum Verein wünsche ich auch unseren Juniorinnen und Junioren. Irgendwann kommt der Moment, in dem man etwas zurückgeben kann. Mein Engagement ist deshalb auch ein Dankeschön an all meine Trainer und die vielen Verantwortlichen, die mich in meiner Zeit als Spieler begleitet haben.
Interessante Fakten rund um den Spielbetrieb in der Saison 26/27:
- 26 Mannschaften + Kickis (jüngste Junior:innen)
- Wöchentlich rund 32 Trainingseinheiten
- Jedes Wochenende rund 10 Heimspiele und 2 Juniorenturniere
- Rund 75 Trainer:innen
- 13 Schiedsrichter
- Rund 120 Aktivfussballer:innen
- Rund 350 Junior:innen
