Mit Herzblut für den Junioren- und Frauenfussball

Nemanja Cvisic und Sabrina Theiler ziehen drei Monate nach ihrer Wahl in den Vorstand des SC Goldau eine erste Bilanz. Im Interview sprechen die beiden langjährigen Vereinsmitglieder über ihre ehrenamtliche Tätigkeit.

Das Interview führte Simon Krienbühl.

Sabrina und Nemi, vor drei Monaten seid ihr in den Vorstand gewählt worden. Wie ist es euch seither ergangen?
Sabrina:
Für mich war es kein Kaltstart, da ich die Frauenabteilung bereits zuvor unterstützen durfte. Ich bin sehr froh, dass wir seitens der Trainerteams gut aufgestellt sind. Sportlich läuft es ebenfalls erfreulich: Unsere Frauen führen aktuell die Tabelle der 4. Liga an. Die Tätigkeit im Vorstand macht mir Freude.
Nemi: Meine Tätigkeiten als Präsident der Juko sind sehr vielfältig. Zählt man alle Juniorenteams und Trainer zusammen, umfasst die Juniorenabteilung rund 350 Spieler:innen und 40 Trainer:innen. In den ersten Monaten habe ich viele Gespräche geführt, innerhalb der Juniorenkommission (Juko), mit Juniorinnen und Junioren sowie mit Eltern. Ich wollte verstehen, was gut läuft und wo noch der Schuh drückt.

Wo ist die Juniorenabteilung besonders gut aufgestellt?
Nemi: Die in den letzten Jahren geleistete sehr gute Arbeit im Kinderfussball – von den Kickis bis zu den D-Junioren – zeigt ihre Wirkung. In den unteren Stufen zählen wir rund 250 Juniorinnen und Junioren. Das ist eine wichtige Basis, um langfristig Qualität und nachhaltige Förderung im 11er-Fussball sicherzustellen.

Und wie präsentiert sich die Frauenabteilung?
Sabrina:
Wir sind vergleichsweise noch “jung”. Vor zehn Jahren wurde in Goldau das erste Mädchenteam gegründet. Heute spielen rund 60 Mädchen und Frauen in zwei Juniorinnenteams (FF14 und FF17) und einem Frauenteam. Mit etwa 20 Spielerinnen pro Team ist der Meisterschaftsbetrieb problemlos möglich. Das zeigt: Frauenfussball hat in Goldau seinen festen Platz – trotz bestehender Angebote in Schwyz, Küssnacht oder Zug.

In welchen Bereichen gibt es noch Verbesserungspotenzial?
Sabrina:
Da wir vor zehn Jahren mit einem Team starteten, besteht heute eine Herausforderung bei den sogenannten «fehlenden Jahrgängen». Es gibt eine Lücke zwischen den Juniorinnen und den Damen. Der nächste grössere Übergang folgt erst in rund zwei Jahren, wenn Spielerinnen aus der FF17 zu den Damen wechseln. Künftig wird deshalb darauf geachtet, dass wir pro Jahrgang genügend Spielerinnen haben. 
Nemi: In der Juniorenabteilung sind noch einige Positionen offen, zum Beispiel bei den Trainern.

Welche Ziele habt ihr euch für euer erstes Jahr im Vorstand gesetzt?
Nemi:
Mein persönliches Ziel ist es, dass wir mit einer vollständigen Besetzung in die Vorrunde 2026/27 starten können. Das bedeutet, dass alle Juko-Mitglieder, Mannschaften sowie Trainerteams rechtzeitig bekannt sind.
Sabrina: Auch mein Ziel ist, dass wir beim Trainerstaff für die neue Saison im Verlauf der Rückrunde Klarheit haben. Zudem möchte ich gezielt Jugendliche fördern und mit den positiven Aspekten des Frauenfussballs neue Girls für den SC Goldau begeistern. Ob mit oder ohne Fussball-Erfahrung ist dabei zweitrangig – die Freude am Fussball soll im Vordergrund stehen.

Welche Themen stehen aktuell ganz oben auf eurer Agenda?
Sabrina:
Wir stecken mitten in der Vorbereitung des Juniorenlagers, das in den Frühlingsferien erstmals wieder seit über 15 Jahren stattfindet. Erfreulicherweise haben sich zwölf Mädchen angemeldet, plus rund 40 Jungs. Zudem feiert der SC Goldau am 20. Juni 2026 sein 80-jähriges Jubiläum – ich bin Teil des Organisationskomitees.
Nemi: In der Juko ist die Position des Technischen Leiters vakant. Die Position fungiert als Bindeglied zwischen Junioren- und Erwachsenenfussball. Ich bin optimistisch, dass wir die Position bald wieder besetzen können.

Weshalb engagiert ihr euch ehrenamtlich für den SC Goldau?
Sabrina:
Ich habe selbst Fussball gespielt, musste jedoch verletzungsbedingt aufhören. Deshalb weiss ich, wie viele engagierte Personen es braucht, um Jugendlichen und Frauen das Fussballspielen zu ermöglichen.
Nemi: Viele meiner Freunde sind beim SCG, einige durfte ich erst durch den Verein kennenlernen. Der SC Goldau ist für mich mehr als nur ein Verein. Zudem finde ich die Arbeit mit Jugendlichen sehr spannend – so bleibt man selbst auch immer am Puls der Zeit.

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